Auch, wenn dieser Beitrag schon etwas älter ist, aber es ist genau das, was ich suche.
Irgendwie stehen wir ebenfalls vor der Entscheidung, Insolvenz JA oder NEIN.
Insolvenz ist ein Wort, bei dem man das Gefühl hat, nur noch Mensch zweiter Klasse zu sein. Angst vor dem Verfahren, den daraus folgenden Konsequenzen, dem Leben danach.
Was wird sein, was wird passieren, welche Hürden sind noch zu erklimmen? Und geht das alles auch wieder vorbei? Es ist die Angst vor dem Neuen und Unbekannten.
Schulden haben ist doch eine Belastung, die man kennt, man sich damit arrangiert hat und den täglichen Kampf mit der Beseitigung hat man doch schon lange trainiert.
Aber eine Insolvenz ist etwas Neues und noch nicht Dagewesenes.
Und was ist danach?
Es nimmt mir die Luft zum Atmen!
Aber die Schulden lassen mich ebenfalls nicht atmen. Sie nehmen mir jegliches Lebensgefühl, weil ich isoliert bin in meiner Situation, nicht Teilhaben kann am Leben der anderen, bin ich doch dazu verdammt, mein Leben in den eigenen vier Wänden zu verbringen, während die anderen sich an allem aktiv beteiligen.
Also wie gehe ich damit um? Was ist der bessere Weg?
Alle Erfahrungsberichte, die ich in diesem Forum gelesen habe und
an dieser Stelle einen großen Dank an Paps und alle anderen Moderatoren, die dieses Forum ins Leben gerufen haben und es auch aufrecht erhalten, reichen von
"ich habe die Insolvenz gut überstanden" bis hin zu " oh Gott, ich brauche Hilfe und weiß nicht mehr weiter".
Aber wahrscheinlich ist das so, das Leben ist ja auch vielschichtig.
Im Moment bedeutet dei Insolvenz für mich Abschied und Neubeginn zugleich.
Abschied von meinem Lebenstraum, dem Motorrad, für das ich alles stehen und liegen gelassen habe, um etwas Ausgleich im Leben zu haben. Dieses Gefühl, was ich dabei hatte, hat nur mir allein gehört und konnte mir niemand nehmen. Es war meine Auszeit von Allem. Nie wollte ich etwas anderes in meinem Leben haben. Immer nur mein Motorrad und nun kommt es weg. Ich habe Angst vor eben diesem Moment, wenn es abgeholt wird. Mein Lebenstram wird mir genommen.

Aber auch Neubeginn und Ordnung ins Leben zu bekommen. Nicht mehr diesen Druck aushalten zu müssen. Etwas bereinigt zu haben, es zu klären, wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Meine Gedankengänge werden wohl für viele Sentimental erscheinen und vielleicht für den ein oder anderen nicht nachvollziehbar, wie man an solch materiellen Dingen hängen kann. Aber hat nicht jeder von uns etwas Besonderes in seinem Leben und auch das Recht darauf?
Ich wünsche allen, die in einer ähnlichen Lage sind oder gehen werden, aber auch allen, die sich der Herausforderung schon vor langer Zeit gestellt haben, alles erdenklich Gute im Leben.
Oh mann, es ist jetzt tatsächlich das erste mal, dass mir die Tränen kommen. Bisher war ich stark.